Petersburger Hängung 21. November 2015

Petersburger Hängung

 

21 Stamm- und Gastkünstler stellen zum Jahresende gemeinsam aus:

„Die Petersburger Hängung“ – das ist Dynamik auf weißen Wänden, unglaubliche Vielfalt in einem Raum und die wunderbare Gelegenheit, Kunst in geballter Form unterschiedlichster Künstler und Künstlerinnen erleben zu können.

KunstVolle Begegnungen – ein spannender Austausch in der Galerie Neuesbild!


Galerie Neuesbild Trier

Eröffnung:
21. November 2015
Samstag, ab 19:00 Uhr

Ausstellung:
21. November – 16. Januar 2016
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Petersburger Hängung
Ein künstlerischer Prozess ist nie in dem Moment beendet, wo ein Bild seinen Platz an einer Wand findet. Wie ein Kunstwerk wahrgenommen wird, entscheidet nicht der Künstler/die
Künstlerin allein, der entstehende Eindruck ist vielmehr ein Wechselspiel aus drei Komponenten. Hier sind der tatsächlich abgebildete Inhalt des Werkes, die ästhetischen Vorlieben und das technische Vorwissen der betrachtenden Person und die Positionierung im Raum wirksam.
Bei einer klassisch-minimalistischen Raumaufteilung, wie sie in zeitgenössischen Galerien und Museen üblich ist, bekommt dabei jedes Werk eine eigene Bühne. Es nimmt eine bestimmte Menge
Raum für sich allein ein, wird ideal ausgeleuchtet und dominiert so die Atmosphäre. Befinden sich jedoch mehrere Werke in einem Raum, so werden sie automatisch aufeinander bezogen. Die
Botschaft ändert sich, wie es auch die Art der Betrachtung tut. Vergleiche sind kaum zu vermeiden, die Konzentration auf einzelne Werke fällt deutlich schwerer.
Dieses irritierende Moment nutzt die sogenannte „Petersburger Hängung“ für sich mit Bedacht. Sie will stören, sie will die konzentrierte, idyllische Betrachtung einzelner Stücke beeinträchtigen, sie
schafft eine Konkurrenzsituation. Es entsteht ein Kampf um die Aufmerksamkeit und Bewunderung der Betrachtenden, die Werke übertrumpfen einander, ohne dabei im einzelnen an Wirkung zu
verlieren. So entsteht ein vollkommen neuer Wahrnehmungskontext, der eine andere Art des Sehens ermöglicht. Die Stimmung einer Ausstellung nach dem Vorbild der Petersburger Hängung ist
unruhig und dennoch spannend, sie ist sehr intensiv und fordert ebenso viel, wie sie Möglichkeiten bietet. Dabei spielt auch das partizipative Element eine Rolle, welches einer Ausstellung zu eigen ist, die die Stücke einer so große Anzahl Künstler*innen umfasst. Sie alle arbeiten mit unterschiedlichen Materialien und Werkzeugen, entstammen unterschiedlichen Schulen und interpretieren
unterschiedliche Stile. Sie erhalten eine faire Plattform, auf der für alle die gleichen Bedingungen gelten.

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21 Positionen:

 

Wolfgang Pauly     Doro Reichert    Rosemarie Martin     Wilfried Weiß   Ferny Rodesch-Schmit    Petra Kohns-Merges     Bettina Reichert  Hartmut Häcker  Waltraud Thorsrud  Christa Witte Modris Braslins     Bettina Ghasempoor   علی انوری Ali Anvari  Joe Leiner  David Ebner   Werner Persy   Alexander Harry Morrison  Brigitte Lichter  Ramona Maisel     Vesna Mehlinger Suzanne Beaujean-Adam

Ali Anvari

VITA

Geb. 1977 in Teheran / Iran

Ausstellungen:

Schön bist du … ( zum Hohelied Salomos), Bistum Trier 2015
Abstrakte Perser, Einzelausstellung Galerie Neuesbild 2015
Kulturwerkstatt, Tufa Trier 2014

Studium Kunst 2012-2015  : Europäische Kunstakademie Trier

Ali Anvari

Persische Miniaturen, Ornamente, sattes Rot, Türkis und Gold. Ali Anvari ist fasziniert von den Elementen, die die Kunst seiner Heimat Persien auszeichnen. Gleichzeitig bilden Farben und Formen der persischen Kunst die Säulen, auf denen sein eigenes Schaffen ruht.

Persische Teppiche vereinen auf einzigartige Weise alle Epochen, Kulturen und Völker des heutigen Iran. Ihre Entstehung erfordert Zeit, Aufmerksamkeit und ein Auge fürs Detail, das durch die aufwendigen Arbeitsprozesse bis hin zur Perfektion geschult wird. Die Teppiche entfalten dadurch eine Energie, derer man sich als Betrachter nur schwer entziehen kann.

In dieser Energie hat Ali Anvari ein Potenzial erkannt, das es ihm ermöglicht seine beiden Lebenswelten, die des Orients und die des Okzidents, miteinander zu verbinden. Er abstrahiert die ornamentalen Formen der Teppiche, die er als Malgrund verwendet, jedoch ohne ihre ursprüngliche Aussagekraft zu überdecken. Vielmehr entlockt seine Malerei den Teppichen weitere Facetten, die die vielen tausend Arbeitsschritte ihres Entstehungsprozesses sichtbar machen und mit dem Vordergrund in Einklang bringen.

Auf diese Weise entstehen einzigartige Gesamtkunstwerke, die den Malgrund, der dem Betrachter für gewöhnlich verborgen bleibt, besonders wertschätzen und hervorheben.

Fotos: David Kliewer

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