Ali Anvari

VITA

Geb. 1977 in Teheran / Iran

Ausstellungen:

Schön bist du … ( zum Hohelied Salomos), Bistum Trier 2015
Abstrakte Perser, Einzelausstellung Galerie Neuesbild 2015
Kulturwerkstatt, Tufa Trier 2014

Studium Kunst 2012-2015  : Europäische Kunstakademie Trier

Ali Anvari

Persische Miniaturen, Ornamente, sattes Rot, Türkis und Gold. Ali Anvari ist fasziniert von den Elementen, die die Kunst seiner Heimat Persien auszeichnen. Gleichzeitig bilden Farben und Formen der persischen Kunst die Säulen, auf denen sein eigenes Schaffen ruht.

Persische Teppiche vereinen auf einzigartige Weise alle Epochen, Kulturen und Völker des heutigen Iran. Ihre Entstehung erfordert Zeit, Aufmerksamkeit und ein Auge fürs Detail, das durch die aufwendigen Arbeitsprozesse bis hin zur Perfektion geschult wird. Die Teppiche entfalten dadurch eine Energie, derer man sich als Betrachter nur schwer entziehen kann.

In dieser Energie hat Ali Anvari ein Potenzial erkannt, das es ihm ermöglicht seine beiden Lebenswelten, die des Orients und die des Okzidents, miteinander zu verbinden. Er abstrahiert die ornamentalen Formen der Teppiche, die er als Malgrund verwendet, jedoch ohne ihre ursprüngliche Aussagekraft zu überdecken. Vielmehr entlockt seine Malerei den Teppichen weitere Facetten, die die vielen tausend Arbeitsschritte ihres Entstehungsprozesses sichtbar machen und mit dem Vordergrund in Einklang bringen.

Auf diese Weise entstehen einzigartige Gesamtkunstwerke, die den Malgrund, der dem Betrachter für gewöhnlich verborgen bleibt, besonders wertschätzen und hervorheben.

Fotos: David Kliewer

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Bettina Ghasempoor

STATEMENT

Mensch und Umwelt – beide in ständiger Bewegung, nie dem Stillstand ausgesetzt, aber der Veränderung und dem Druck, im Leben zu bestehen. Unvorhergesehen, zerbrechlich, manchmal brutal.
Also versuchen wir unser Dasein zu kontrollieren, denken in Rastern, Formen, Erwartungen, sind geprägt von Tradition, Religion, Macht.
Doch das Leben ist mehr, ungezwungen, freiheitsliebend, es bahnt sich seinen Weg, unbekümmert, schlängelt sich durch Höhen und Tiefen, bricht hervor mit all seiner Kraft und Freude, die in ihm steckt.
Licht und Schatten, Farben und Bilder, Bewegung, unersättlich und immer wieder neu, in neuer Pracht und Trauer, unverständlich und schön, auf der Suche nach Identität, nach Sinn, Verständnis, Anerkennung, Liebe.
Der Mensch sucht sich in der Welt, in der er lebt und das Glück sucht ihn und manchmal finden sie sich.

VITA

1965 in Saarbrücken geboren
Studium der Kunstgeschichte, Ecole du Louvre, Paris
Künstlerin, Dozentin, Autorin, Reisende …

Fotografie / Konzeptkunst
bettinaghasempoor.wordpress.com

Ausstellungen:

TUFA Trier, Jahresausstellung der Gesellschaft Bildende Kunst Trier,
November 2014
Trier Galerie, Architektur Fotografie „Trierer Ansichten“, Mai 2014
TUFA Trier, Jahresausstellung der Gesellschaft Bildende Kunst Trier
November 2013
TUFA Trier, Artothek, September 2013
Galerie Ansichtssache, Konz,  Einzelausstellung, „Farbvergnügen – Le Plaisir des Couleurs“, April 2013
Galerie Ansichtssache, Konz, Gruppenausstellung „kurz gedacht“, Dezember 2012
TUFA Mail Art, November 2010

Chikako Kato

Chikako Kato ist unterwegs, als Person, als Malerin. Gleichviel, wohin der Weg führt, sie scheint auf der Reise, und ihre Arbeit ist ebenso auf der (Durch-) Reise wie auch für die Reise gemacht.

Wenn wir Radio hören, so verstehen die wenigsten unter uns, wie es (technisch) möglich ist, Radio zu hören. Wir erinnern uns vielleicht vage, daß die Rede oder die musikalische Darbietung zwischen dem Mikrophon im Aufnahmestudio und den Lautsprechern des Rundfunkempfängers einem Prozeß der Übersetzung, der Überführung in etwas Unverstandenes, jedenfalls aber Lautloses unterworfen wird. Die elektrotechnischen Fertigbauteile, welche diese Transformation und Emission von Kommunikation erstmals massenhaft ermöglichten, kleinteilige Transistoren, Widerstände, gedruckte Schaltungen, traten zuerst in jenem Erzeugnis der modernen Warenwelt auf, mit dem sich Japan in mehrfacher Beziehung nach seiner eigenen Wirtschaftswunderzeit im Europa der Nachkriegsjahre zurückmeldete, nämlich mit dem batteriebetriebenen Transistorradio und dem Autoradio. Beginnen möchte ich hier deshalb mit einer fiktiven, fast jedoch autobiographisch zu nennenden ‘Erinnerung': “Communication breakdown, it’s always the same / Communication breakdown, it drives me insane!” Diesen (mit einer fast hysterisch kreischenden, zwischen Falsett und dunklem Bluestimbre glissierenden Stimme vorgetragenen) Refrain Robert Plants und das zugehörige Gitarrenriff von Jimmy Page wird einzelnen älteren Modellen im Publikum noch im Ohr sein. Vorstellbar wäre nun ohne weiteres, daß diese für große Lautstärke produzierte Hard-Rock-Phrase noch gegen 1973, dem Geburtsjahr von Chika Kato, an einem heißen Sommernachmittag im Schwimmbad aus einem winzigen Transistorradio oder scheppernd aus einem transistorisierten Autoradio tönte. Led Zep waren “big” in den USA, in Japan wie im alten Europa, also jenen Weltgegenden, die die Malerin während der vergangenen Jahre durchstreift hat. Kommunikation über den Zusammenbruch von Kommunikation wurde da zum Thema, einem Thema das sich auf mehreren Reflexionsebenen auch in die Bilder eingeschrieben hat, denen ich mich mit Ihnen nun zuwenden möchte.

Beginnen wir einfach, ja vereinfachend beim Motiv. Als Widerstände, Halbleiterdioden und Transistoren in einer pnp-Schaltung lassen sich die eigenartigen ‘Wesen’ schnell identifizieren, die CK auf und vor stets wechselnden Farbgründen silhouettierend, reliefierend oder schlagschattenwerfend in Bewegung gesetzt hat. Der Effekt ist zunächst der eines eigenwilligen Neo-Surrealismus und ein durchaus fröhlicher, der an Miró erinnern mag, gelegentlich aber auch der eines Post-Minimalismus. (Ausnahme: die drei ‘streng’ geometrisch geordneten Arbeiten, deren Flächenmittelpunkt von einer einzigen und mithin einsamen ‘widerständigen Transistoren-Gestalt’ eingenommen wird.) Warum dieses Motiv und warum der Titel “Mind Games”? Es geht um ein Experiment von spielerischem Ernst, aber auch um ein ernstes Spiel, das ikonographisch um das Phänomen Kommunikation und das Verhältnis von Verstehen und Nichtverstehen zu kreisen scheint. Wie in meiner Behauptung, das Radio stelle für die meisten von uns ein Mittel der Verständigung dar, dessen interne Verständigungstechnik wir dabei nicht verstehen und jedenfalls ignorieren, begegnet man auch in der Bildfolge Chikako Katos einer Suche nach einer Verständigung über Farbe und Form, welche sich in ironischem Spiel eines ‘Mediums’ bedient, das von uns allen als selbstverständlich hingenommen, dabei in seinem Funktionieren doch nur von den wenigsten begriffen wird.

“Emitter-, Kollektor- und Basiszone”, “Polung”, “Spannungs- und Stromverstärkung”, derlei Begriffe, wie sie das Techniklexikon zur Erläuterung der Funktionsweise eines Transistors anbietet, lassen sich mit geringer Anstrengung auch für die Beschreibung der Bilder von Frau Kato nutzen – die ‘malerische Basiszone’ der Farbfelder, die ‘Emissionsarrangements’ der graphisch angezeigten Wellenlinien, die ‘Kollektorwirkung’ der knallbunten, insektenhaft die Bildquadrate kontrollierenden Klein-‘Wesen’ elektrotechnischer Herkunft. Der Blick in ein transistorbetriebenes Autoradio älteren Baujahrs, der wohl tatsächlich am Beginn der Entwicklung der heute abend gezeigten Bildsequenz Katos stand, löste bei der Malerin wohl nicht zuletzt deshalb einige Faszination aus, weil sie sich einem mit stark kontrastierenden Buntwerten bestückten ‘Malkasten’ als den Darstellungsmitteln und dabei zugleich doch auch dem ‘Motiv’ gegenüber fand, das ‘ikonographisch’ zum Auslöser ihrer “Mind Games” wurde.

Einige weitere Stichworte zu Katos Arbeiten und Arbeitsweise: die Malerin erzielt eine Verlebendigung des ‘technisch Toten’ ihres Hauptmotivs durch kurvierte Neuanordnung der im transportablen Rundfunkempfänger elektronisch und rechtwinklig angeordneten Bauteile der Kommunikationsindustrie. Reguliert wird das Motivische von Widerständen, Transistoren und gedruckten Schaltungen im Auftreten jedoch auch hier — und zwar durch die rechtwinkligen, zentralisierenden Bildquadrate und deren Hängung. Im kleinen Maßstab der Bilder erscheint das real Kleine der Motive als etwas überraschend Großes; die aus der äußeren Welt bekannte Relation von Groß und Klein verschiebt sich in der bildinternen Wirklichkeit vor allem auf Grund des koloristischen Kalküls und des von allem Zweckhaften ‘abstrahierenden’ Verhältnis von Farb-Grund zu Motiv-Figur. Die Anordnung des Motivischen in den Farbfeldern wird als Komposition, als Flächenfüllung, als die ‘Beherrschung’ der ‘abstrakten’ Farbfelder durch selbst winzige ‘Zeichen’ erfahren. (Beispiele nennen!) – An den Arbeiten Chikako Katos fällt die Vermeidung des Handschriftlichen, gar Kalligraphischen auf, an dessen Stelle ein malerische Feintechnik tritt, die abermals an die Erfordernisse beim Bau eines Transistorradios denken läßt. – Das orthogonale, in der Radiotechnik auf Platzersparnis und Übersichtlichkeit abgestellte Anordnungsmuster ersetzt Kato durch betont biomorphe Arrangements, der zu einem neuen und eigenen Sinn geordneten Teile im Gemälde. Die Farbigkeit: Kato setzt die Farbe im einzelnen Bildquadrat (bei nur wenigen Ausnahmen) stets monochrom ein; dabei geben sich bald freilich einige Varianten im Farbauftrag zu erkennen, welche für den hier eher die Fläche der Leinwand als ebene Ebene akzentuierenden, dort einen eher farbräumlichen Eindruck, dann wieder für eine Reliefierung der Schatten werfenden ‘Figur’ vor ihrem (Farb-) Grund sorgen. Entgegen der Monochromie des einzelnen Gemäldes erzeugt deren Arrangement in der sequentiellen Hängung den Effekt intensiver Buntfarbigkeit, einen Effekt, der so im Großen wiederholt, was am Einzelmotiv des farbig kodierten Widerstands auch eine der Eigenschaften des Sujets ausmacht. Genauer: Im Einzelbild stehen die meist sehr kleinformatig gegebenen, bunt gestreiften Elektrobauteile als ‘Motiv’ dem einheitlich und gleichmäßig eingefärbten, die gesamte verfügbare Fläche ausfüllenden Farbfeld gegenüber. Das Kleine ist bunt, das große Ganze hingegen farbeinheitlich vor Augen gestellt. Diese interne Farbordnung des einzelnen Bildes erfährt eine Antwort, einen Reflex in der Abfolge der ca. dreißig gezeigten Bilder – nun freilich erscheint das Nebeneinander der quadratischen Bildfelder als das Grellbunte, während dem die verwinkelte, monochrom-weiß gestrichene Galeriewand zur Folie wird. Zwischen dem Einzelgemälde und der Serie herrscht (sozusagen) eine Relation umgekehrter Proportionalität, der stete Farbwechsel innerhalb der Bilderfolge korrespondiert dem Wechsel kontrastierender Farbstreifen am ‘Motiv’, an dem sie allerdings ganz unkünstlerischen, produktionstechnisch bedingten Zwecken gehorchten, aus denen Chikako Kato sie malend ‘befreit’ hat.

Zurück zum Start: Ich hätte mich sehr mißverständlich ausgedrückt, wenn Sie nun etwa auf die Idee verfielen, es handele sich in dieser one-woman-show um eine ‘gemalte Kommunikationstheorie’ oder aber um eine ‘Meditation’ über die Mittel der Malerei. “Mind Games” (als “Gedankenspiele” nur sehr unzulänglich ins Deutsche zu übersetzen) führen Paradoxien des Verstehens – und wohl auch des Mißverstehens – vor Augen. Ob im Zentrum oder an der Peripherie ihrer farbigen Spannungsfelder angeordnet, es apellieren die aus Transistoren und Widerständen entwickelten ‘Bildfigürchen’ Katos stets auch an den Gedanken, an den Verstand des Bildpublikums, in dem sie spielend und spielerisch eine Reflexion über den sinnlich-heiteren Eindruck und dessen Herkunft auslösen können.

Dr. D.W. Dörrbecker   2004

Joe Leiner

VITA

*1990 in Luxemburg-Stadt

Ausbildung

2014 – heute: Master Design, Hochschule Trier
2011 – 2014: Intermedia Design Bachelor of Arts, Hochschule Trier; Auslandssemester an der Bergen Academy of Art and Design, Norwegen
2010 – 2011: Prepress Operator, Lycée Technique des Arts et Métiers


2013 – heute: Freelancer und freier Mitarbeiter bei De Verlaach, Luxembourg
2012 – 2013: Tutor und studentische Hilfskraft an der Hochschule Trier, Neue Medien & Projektion

www.joeleiner.com

Alexander Harry Morrison

STATEMENT

Meine Werke mischen analytisches Zeichnen und künstlerische Expression; sie sind Enthüllungen über die Sprache von heiligen Plätzen, historische Monumente, Bäume, Flüsse, Industrieanlagen. Die Entdeckung des Lebens und der Landschaft um uns und wie wir auf sie über den Jahren hinweg eingewirkt haben. Ich schöpfe meinen Motiven aus Orten, die ich sehr gut kenne; diese bieten die notwendige räumliche und gedankliche Nahe zum Motiv, weshalb den lokalen Region, sowie Orte in dem Ich längere Zeit gelebt habe, eine wiederkehrende Rolle in meine Arbeit finden.

Zeichnen bedeutet die Umgebung nicht einfach abzubilden, sondern Gegensätze zu erkennen, in ihren Elementarteile zu trennen und zu etwas Neuem zusammenzusetzen. Das Zeichnen freier Hand formt der Basis alle meinen Bildern. Anders als die fotografische Momentaufnahme enthält eine Zeichnung eine zeitliche Dimension sowie eine körperliche Energie und geistige Interpretation.

Diese Beobachtungen entwickle ich meist zu Originaldrucke weiter (Radierungen, Kaltnadelstich, Linolschnitte). Neulich spiele ich auch mit großformatigen Werken in Kohle und Acryl. In das Skalieren sowie Erstellung eines Drucks sehe ich ein Prozess der Abnabelung vom Künstler Selbst – das Werk ist sozusagen befreit. Wo der ursprünglichen Zeichnung eher eine persönliche Dokumentation meine Wahrnehmung, Erfahrungen und Reaktion darauf bezwecke, sollen diese Werke für sich existieren, ihr Umfeld ergänzend.

Ich siehe der Sinn der Kunst darin, dass es an sich keinen Sinn hat, sondern existiert um eine tiefere und unbefangenere Wahrnehmung zu ermöglichen durch unterschiedlichen parallel Sichtweisen. Kunst zu machen muss stets eine Gratwanderung zwischen Kreation und Zerstörung werden; genau das macht es aufregend und profund.

VITA

*1972 in Glasgow
1990-1994 BA Illustration, Glasgow School of Art
1996 Freelancer
1998 Grabungszeichner im Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Kiel
Heute: Dozent für Originalgrafische Techniken an der Hochschule Trier

Ausstellungen

2012 Grünhäusermühle, Mertesdorf: Originaldrucke
2012 Fenster für die Kunst, ESO Trier: Gemälde/ Originaldruck
2013 Elephantparade Trier/Luxemburg
2013/14 EGP-Bühne, Trier: Originaldruck/ Zeichnungen
2014 Kulturzentrum ehemalige Synagoge, Schweich: Originaldruck

Werner Persy

VITA

*1924 in Trier, Deutschland
1945 – 1951 Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf bei Friedrich Schmurr und Otto Pankok
Seit 1952 freischaffend in Trier tätig
Lebt und arbeitet in Trier

Ausstellungen

Zahlreiche Ausstellungen in Deutschland, Luxembourg, Russland, Schweiz und in den USA. Größere Arbeiten an sakralen und öffentlichen Gebäuden im In- und Ausland, u.a. in Rom, Venedig, Berlin, Saarbrücken, Mainz, Trier, Bonn, München, Ottobrunn, Boppard, in der Schweiz, Japan und in den USA.

Sammlungen

Grafiken und Gemälde sind im Besitz von öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland, u.a. Kulturministerium Rheinland-Pfalz, Pfalzgalerie Kaiserslautern, Kunstsammlung Göppingen, Staatsbibliothek Hamburg, Stadtbibliothek Trier.

Preise

2005    BBK-Kunstpreis Rheinland-Pfalz
2000    Ramboux-Preis der Stadt Trier
1978    Grafikpreis der Stadt Kirn / Rheinland-Pfalz